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Eleganter Stil
Hannoversche Allgemeine Zeitung
14-Jan-08
by Jutta Rinas
Eivind Gullberg Jensen brilliert mit der NDR Radiophilharmonie
Es ist eine der Stärken der Radio philharmonie Hannover dass sie in ihren Konzerten immer wieder mit jungen Dirigenten als Gästen auf wartet die in der Klassikwelt gera de als Shootingstars Furore ma chen Allein in dieser Saison bietet Matthias Ilkenhuns Chef des hanno verschen NDR Orchesters drei von ihnen auf den 27 jährigen Finnen Pietari Inkinen seit Kurzem Chef des New Zealand Orchestra den 31 jährigen Russen Vasily Petren ko Chefdirigent des Royal Liver pool Philharmonie und den Letten Andris Nelsons der mit 29 Jahren schon zum Chef des Birmingham Symphony Orchestra gekürt wurde.
In einem Mittagskonzert für Leu te die in den ausgebuchten Konzer treihen des NDR auf der Warteliste stehen war jetzt ein weiterer jun ger Dirigent zu hören der zunächst in seiner Heimat und dann auch in ternational für Aufsehen sorgte Und das - wie man in dem fast bis auf den letzten Platz besetzten Großen NDR Sendesaal hören konnte zu Recht Der Norweger Eivind Gullberg Jen sen Jahrgang 1972 gab unter dem schmucklosen Titel extra ein Kon zert der Extraklasse.
Gullberg Jensen geht der Ruf vor aus ein ausgesprochen eleganter und zugleich ein sehr klangsensibler Di rigent zu sein In Hannover zeig te er schon in Mozarts Sinfonie Nr 32 in G Dur KV 318 über was für eine ausgefeilte Dirigiertech nik er verfügt Mit präzisen aber immer geschmeidigen Bewegungen der Hände mit eleganter sparsa mer aber ungemein effektiver Kör persprache setzte er in einem aus gesprochen transparenten ersten Satz markige Akzente ließ den zweiten Satz mit großem Atem farbenreich dahingleiten.
Wie sensibel und doch klang mächtig der Norweger Themen ent falten kann zeigt er in Antonin Dvoräks Sinfonie Nr 9 in e Moll op 95 im zweiten Satz Kerzen gerade stand er da im Körper die Spannung haltend die das Orche ster braucht um Takt für Takt das Klangbett für das Thema des Eng lischhorns immer weiter aufzubau en das sich traurig und doch so wunderschön darüber entfaltet Sou verän wirkte es wie der Norweger manchem Solo seiner Musiker zu rückgelehnt einfach lauschte um das Orchester dann wieder präzise und wirkungsvoll durch Fortissimokas kaden hindurchzupeitschen.
Bei der Uraufführung von Dvoräks Neunter Sinfonie unter An tonin Seidl am 16 Dezember 1893 in New York war das Publikum so begeistert dass es schon nach dem zweiten Satz in Beifallstürme aus brach Auch unter Eivind Gullberg Jensen war jeder Satz so durchge formt so spannungsvoll und stim mig gestaltet dass man öfter als nur am Ende hätte klatschen mögen Diesen Mann würde man in Hanno ver gerne öfter hören.
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